Freitag, 21. August 2020

Mein Haus

Ich hab ein ganzes Haus

Für mich allein

Mit tausend Zimmern

Auf jeder Etage

Jedes Zimmer hat ein eigenes Bett

Und ein großes Fenster

 

Es gibt Bücher zum Lesen

Und einen Schrank voll Klamotten

In jedem Zimmer

Auf jeder Etage

Und in fast jedem steht Wein

Oder liegt Schokolade

 

Jedes Zimmer hat einen speziellen Geruch

Und andere Farben an den Wänden

Es hängen Fotos und Bilder

Überall

Und nirgendwo gibt es

Gardinen

 

Das Haus ist beleuchtet

Die ganze Zeit

Von außen und von innen

Am Tag scheint die Sonne

Durch das Licht der Fenster

Und nachts bringen Lampen

Das Haus zum leuchten

 

Das Haus hat einen riesigen Garten

Mit Pflanzen und Bäumen

Und allem was grünt

So weit das Auge reicht

Kann ich Neues Entdecken

Oder mich einfach verlier’n

 

Jeden Tag gehe ich raus

Zu sehen, wie sich alles verändert

Wie Blumen verwelken und neue erblüh’n

Bäume in den Himmel wachsen

Als ob es keine Grenzen gibt

Als ob alles irgendwie verbunden wäre

 

Ich höre das Atmen des Windes

Im Rauschen der Bäume

Und ich schmecke den Regen

Auf meinem Gesicht

Ich spüre die Kraft der Sonne

Die alles verbrennt

Ohne jeglichen Unterschied

 

Viele Kreaturen

Wohnen Drinnen und Draußen

Im Haus, im Garten und in meinem Kopf

Alles lebt und atmet ständig

Für sich und zusammen

Und immer mehr

 

Ich schlafe jede Nacht

In einem anderen Zimmer

Mit neuen oder alten Gedanken im Kopf

Ich lese ein Buch oder schau aus dem Fenster

Oder fang an, mich zu betrinken

Ohne zu wissen, wer ich eigentlich bin

 

Manchmal wach ich auf

Und ich merke, ich träume

Ich sehe mich um

Und ich liege im Garten

Völlig nackt und orientierungslos

Und ich sehe alles

Ganz anders als vorher

 

Ich schließe die Augen

Und gehe durchs Haus

Und ich leg mich in irgendein Bett

Ich merke im Traum

Dass ich völlig wach bin

Und nehme mir vor

Wieder Traum zu sein

 

Tage und Nächte

Unterscheiden sich kaum

Hier in meinem Haus

Irgendwo singt immer ein Vogel

Oder brennt ein Licht

Immer steht irgendwo jemand am Fenster

Betrinkt sich oder hört laute und extreme Musik

 

Irgendwo liegt immer ein Buch zum lesen

Oder steht ein Bett zum Wachsein bereit

Der Garten ist riesig, sich zu verlier’n

Oder für einen gesunden Schlaf

Klamotten zu wechseln ist immer möglich

Oder wer will

Bleibt einfach nackt

 

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