Dienstag, 7. Dezember 2010

Grenzen

Ich fühle die Grenzen
des Alters
die Grenzen meines Körpers
Ich fühle die Grenzen
meiner Heimat
die Grenzen meiner Wünsche
Ich fühle die Grenzen
meines Denkens
die Grenzen meiner Wahrnehmung
Ich fühle die Grenzen
meiner Möglichkeiten
die Grenzen meines Handelns
Ich fühle die Grenzen
meiner Sprache
die Grenzen meiner Phantasie
Ich fühle die Grenzen
meiner Angst
die Grenzen meiner Seele

Montag, 25. Oktober 2010

galáxia da lua

-

schönste galaxie.
ich liebe deine sterne und planeten.
den ganzen staub dazwischen.
das schwarz, das alles verbindet.
das licht, das blendet
und die zeit, die vergeht.

ich liebe keinen stern
ich liebe keinen planeten
ich liebe keinen staub
ich liebe kein schwarz
ich liebe kein licht
allein.

ich liebe eine ganze galaxie
-

Sonntag, 3. Oktober 2010

Wasser

-
Wird von geheimen Kräften bewegt.
Kann sich anpassen, kann sehr wild sein.
Ist ein Spiegel seiner Welt, seiner Denker.
Sprengt Felsen mit seiner Kraft.
Streichelt Füße, umspült Gebirge.
Kann töten, aus ihm kommt das Leben.
Ist trübe und ist klar.
-

Ich (vor zehn Jahren)

-
Ich bin Wasser

Orkane bewegen meine Fluten
Der Mond dringt in mich ein

Die Gottheit meiner Tiefen
Läßt reißende Strudel entstehn

Ich plätschere den Strand entlang
Bei ruhiger See

Es kommt mir vor
Als rühren alle in meinen Wassern herum

Vor allem der Mond
Dieser kleine Kobold

Und die Sterne lachen mich aus
Wie jede Nacht

Sogar bei Tage
Wo ichs nicht sehen kann
-

Dienstag, 21. September 2010

Zeitfetzen

-

Ich hasse die Zeit
Sie frißt meine Gedanken
Sie verschluckt meine Worte

Ich hasse die Zeit
Sie begrenzt meinen Körper
Sie zerpflückt meine Seele

Ich hasse die Zeit
Sie ist immer überall
Nur nicht bei mir

Ich hasse die Zeit
Ich ergebe mich ihrem Fluss
Sie ertränkt mich

Ich hasse die Zeit
Sie kümmert sich einen Dreck
Um die Anderen

Ich hasse die Zeit
Dieses kleine, fette,
selbstzufriedene Monster

Ich schlage ihr ins Gesicht
Ich schrei sie an
Ich trete sie mit Füßen
Sie lächelt nur
Und vergeht

Ich verbrenne sie
Mit meiner Ignoranz
Ich ertränke sie
Mit meiner Gleichgültigkeit
Ich töte sie
Mit meinem Willen

Die Zeit macht mich süchtig
Nach etwas, das es nicht gibt

Zeit
-

Freitag, 30. Juli 2010

Mein Meer

-

Du bist mein Meer
aus Blumen
aus Erinnerungen
aus Sternen
aus Zukunftsvisionen
aus Tränen
aus Verrücktheiten
aus Gefühlen
aus Persönlichkeiten
aus Klugheit
(aus Klügheiten)
aus Geschichten
aus Sprachen
aus Landschaften
aus Zeit
aus Begierden
aus Worten
aus Schönheit
aus Überraschungen
aus Freiheit
aus kleinen Wundern
aus Liebe
-

Montag, 26. Juli 2010

Sehr

-
Ich freue mich sehr
deine Stimme zu hören.
Ich träume sehr
oft von dir.

Ich liebe dich sehr.
Ich bin sehr
sehr glücklich.
Ich denke sehr
oft an dich.

Du fehlst mir sehr.
Ich bin sehr
sehr traurig.
Ich sehne mich oft
sehr nach dir.

Ich vermisse dich sehr.
Jeden Tag sehr
viel mehr.
Ich freu mich sehr
auf Dezember.

Ich sende dir sehr
viele Küsse aus einem
riesigen Meer
von mir.
-

Montag, 19. Juli 2010

Immer noch

-

Du bist hier
Überall

In meinen Gedanken

Dein altes Geschirr
hab ich immer noch
nicht abgewaschen
Als wärst du
gestern erst fort

Dein T-Shirt
liegt immer noch
in meinem Bett
warm und weich
Als könnte ich dich
berühren

Auf meinem Briefkasten
steht jetzt dein Name
voller Post für dich
Als würdest du immer noch
hier wohnen

Ich wasch mir die Haare
mit deinem Shampoo
nun doch
Und hab das Gefühl
dich riechen zu können

Dein ganzer Kram
ist immer noch
in meiner Wohnung verteilt
Als wären wir
ein und dieselbe
Person

Du hast dich
in mein ganzes Leben
verstreut
hell und schön
Als wär ich der Himmel
und du die Sterne

Du überraschst mich
immer noch
jeden Tag neu
dass ich dich
immer noch
jeden Tag liebe
-

Donnerstag, 8. Juli 2010

du bist schön

-

worte
sind zu wenig
es zu sagen

farben
sind ideen
es zu malen

sterne
sind fast so viele
es zu sehen

gefühle
sind so stark
es anzudeuten

gedanken
sind unendlich
es zu denken

worte
sind nicht genug
es zu beschreiben

du bist schön
-

Mittwoch, 7. Juli 2010

Montag, 24. Mai 2010

moro no brasil

-




träume
schlaflose nächte
verschlafene tage
seu jorge als begleiter
tränen in den augen
kein papier zum schreiben
gedankenfetzen
voll von sehnsucht
voll von angst
voll von hoffnung
voll von glück
voll von traurigkeit
voll von liebe
körper und seele
sind ein ganzes
und doch nicht
mein herz schlägt
für ein fremdes land
mein geist weiß dinge
die er nicht kann
meine seele ist
ein wogendes meer
mein körper macht
was er will
ich bin ich
überall
-

Montag, 17. Mai 2010

nach dir

-
braucht man das nichtvorhandensein
um es in worte zu fassen?
dieses sehnsüchtige verlangen
nach dem was fehlt
was nicht da ist
weit weit weg?

braucht es eine fühlbare distanz
zum objekt der begierde
zur erfüllung aller
unausgesprochenen wünsche
zum leben eines traums
zum finden allen glücks?

muß man weggehen
um nach hause zu kommen
es zu können jederzeit?
selbst wenn die schmerzen
unerträglich scheinen
sind

muß man loslassen
um festhalten zu können?
um überhaupt
etwas zu sehen

mein herz
tut weh
meine seele
brennt
mein körper
schreit

nach dir
-

Mittwoch, 12. Mai 2010

auf dem klo

-
ich bewundere die menschen
einige
wenige

vor allem die
die ihre sprache
ihrem denken anpassen
können
die ihrem denken
eine entsprechung
geben
können
die das denken
einer sprache anpassen
die sie selbst verstehen
können

sie dehnen einfach
die zeit
auf ein vielfaches
ihrer selbst
um sie mit all dem zu füllen
was da spukt
in ihrem kopf
(was da spuckt
in ihren kopf... ha!)
wer kann das schon

deshalb
kann ich meinem denken
nur blitzlichthaft
worte entreißen
kann ich nur verzweifelt
nach luft schnappen
bevor die wellen über mir
zusammen stürzen

ist meine sprache zu klein
und meine gedanken zu groß?

sind meine gedanken
einfach zu schnell?
zu ungenau
im bloßen hinsehen
beim oberflächlichen
betrachten?
muß ich da genauer sein
beim durchqueren
meiner wilden landschaften?

oder sind es
einfach
zu viele?
unfassbare energien
zu unsortierte fragmente
ungehobelte klötze
sich selbst nicht klar
was sie sind?

oder
ist meine sprache
zu langsam?
zu ungehobelt?
zu undifferenziert?
nicht empfindsam genug?

oder ist sie einfach
zu empfindlich
um diesem wahnsinn
einen namen zu geben?
ich weiß es nicht

aber das papier ist alle
so'n mist
-

Donnerstag, 6. Mai 2010

Himmel über S.P.

-

Wolkengebirge
türmen sich auf
Jeden Tag
Ein gigantisches Meer
aus überquellenden
Nebelschichten
die miteinander
zu kämpfen scheinen

Der Himmel ist
größer, tiefer, weiter
als irgendwo sonst
auf der Welt
Das himmlische Chaos
über dem Chaos der Stadt
Dem Chaos der Menschen
Dem Chaos ihrer Gedanken
Ihres Handelns

Die Sonne sticht
große Gucklöcher hinein
Reißt ihn in Fetzen
den schillernden Mantel
aus unendlich vielen
Himmelstränen
Zaubert Regenbogen
auf Wasserfontänen

Ich sehe Zeus
wie er seine Blitze formt
und in alle Richtungen wirft
Ich seh ihn am Himmel
als würde ich ein Buch betrachten
Ein wundervolles Bilderbuch
mit phantastischen
Zeichnungnen

Der Wind bläst
ungestüme Landschaften
in das Universum
voller Kraft und Energie
Wie ein Maler
mit dem Tod vor Augen
noch einmal alles gibt

Alles
was man Himmel nennen kann
zu malen

Alles Leben
scheint darin zu sein
Alle Angst zu sterben
Alle Freuden

Alles
was nur existieren kann
Alles
was ich sonst nicht sehe
Alles
was ich nur höre
Alles
was mir das unbestimmte Gefühl gibt
zu sein
-

Montag, 3. Mai 2010

Mehr

-
Ich freu mich auf ein Meer
von dir

In das ich eintauchen kann
und von Insel zu Insel schwimmen

Auf warmen Wellen reiten
Mich in tosende Fluten stürzen
Nach Muscheln tauchen
Mich treiben lassen
zwischen all dem Meeresgetier

Versunkene Schätze entdecken
Die unbändige Kraft in allem berühren
Das salzige Wasser schmecken
Mit der Strömung und
gegen die Strömung schwimmen

Das Funkeln der Sonne spüren
Hoch oben und tief unten
Den Stimmen der Sirenen folgen
Eins werden mit dem
woraus mein Körper besteht

Ich liebe das Meer
-

Dienstag, 27. April 2010

Du bist

-
so komplex, wie man es
sich nur wünschen kann.

ein gutes buch mit mehreren,
ineinander verschachtelten ebenen.

überall kann man etwas entdecken.
in den geschichten, in der sprache,
zwischen den zeilen, in den worten,
in der melodie, in den orten.

sogar in meinen pflanzen
kann ich dich sehen.
sie sprühen vor lebendigkeit,
wenn ich mit ihnen rede,
ihnen wasser gebe,
sie berühre.

aber auch wenn ich
mal nicht so viel zeit
mit ihnen verbringe,
treiben sie wilde blüten
und sprießen, wie es ihnen gefällt.
das ist wunderbar.

ich glaube, sie geben mir
sehr viel mehr zurück als ich ihnen.
oder gebe ich viel mehr,
als ich glaube zu tun?
oder kann ich einfach die augen
nicht mehr schließen, weil ich sie
eimal geöffnet habe.
und sehe dinge, die für andere
unsichtbar sind?

du bist ein wunderbarer schatz
aus den tiefsten tiefen des meeres.
eine leckere auster
mit vielen glänzenden perlen.
irgendwann ess ich dich...

du bist meine belohnung für alles...
für alles, was ich getan habe
und alles, was ich nicht getan habe.
was ich denke und niemals denken werde.
was ich fühle permanent.

ich bin stolz auf dich.
auf deine stärke.
auf deine gelassenheit.
auf deine persönlichkeit,
auf deine schönheit
und darauf,
daß du das gern mit mir teilst.

ich weiß, daß ich nicht
der schlechteste bin.
aber oft genug zweifle ich
an der wahrhaftigkeit meinerselbst.
und du gibst mir immer wieder
eine idee davon.
das macht mich fast unverwundbar...

ich bin stolz darauf,
daß du ein mensch bist.
daß du auch schwach bist,
daß du unsicher bist.
unorganisiert.
chaotisch.

das gibt mir immer wieder die chance,
einen klitzekleinen teil zurückzugeben
von den dingen die du brauchst.

dich zu lieben ist ein abenteuer.
ein science-fiction-thriller.
ein feuerwerk.
-