Montag, 24. Mai 2010

moro no brasil

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träume
schlaflose nächte
verschlafene tage
seu jorge als begleiter
tränen in den augen
kein papier zum schreiben
gedankenfetzen
voll von sehnsucht
voll von angst
voll von hoffnung
voll von glück
voll von traurigkeit
voll von liebe
körper und seele
sind ein ganzes
und doch nicht
mein herz schlägt
für ein fremdes land
mein geist weiß dinge
die er nicht kann
meine seele ist
ein wogendes meer
mein körper macht
was er will
ich bin ich
überall
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Montag, 17. Mai 2010

nach dir

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braucht man das nichtvorhandensein
um es in worte zu fassen?
dieses sehnsüchtige verlangen
nach dem was fehlt
was nicht da ist
weit weit weg?

braucht es eine fühlbare distanz
zum objekt der begierde
zur erfüllung aller
unausgesprochenen wünsche
zum leben eines traums
zum finden allen glücks?

muß man weggehen
um nach hause zu kommen
es zu können jederzeit?
selbst wenn die schmerzen
unerträglich scheinen
sind

muß man loslassen
um festhalten zu können?
um überhaupt
etwas zu sehen

mein herz
tut weh
meine seele
brennt
mein körper
schreit

nach dir
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Mittwoch, 12. Mai 2010

auf dem klo

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ich bewundere die menschen
einige
wenige

vor allem die
die ihre sprache
ihrem denken anpassen
können
die ihrem denken
eine entsprechung
geben
können
die das denken
einer sprache anpassen
die sie selbst verstehen
können

sie dehnen einfach
die zeit
auf ein vielfaches
ihrer selbst
um sie mit all dem zu füllen
was da spukt
in ihrem kopf
(was da spuckt
in ihren kopf... ha!)
wer kann das schon

deshalb
kann ich meinem denken
nur blitzlichthaft
worte entreißen
kann ich nur verzweifelt
nach luft schnappen
bevor die wellen über mir
zusammen stürzen

ist meine sprache zu klein
und meine gedanken zu groß?

sind meine gedanken
einfach zu schnell?
zu ungenau
im bloßen hinsehen
beim oberflächlichen
betrachten?
muß ich da genauer sein
beim durchqueren
meiner wilden landschaften?

oder sind es
einfach
zu viele?
unfassbare energien
zu unsortierte fragmente
ungehobelte klötze
sich selbst nicht klar
was sie sind?

oder
ist meine sprache
zu langsam?
zu ungehobelt?
zu undifferenziert?
nicht empfindsam genug?

oder ist sie einfach
zu empfindlich
um diesem wahnsinn
einen namen zu geben?
ich weiß es nicht

aber das papier ist alle
so'n mist
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Donnerstag, 6. Mai 2010

Himmel über S.P.

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Wolkengebirge
türmen sich auf
Jeden Tag
Ein gigantisches Meer
aus überquellenden
Nebelschichten
die miteinander
zu kämpfen scheinen

Der Himmel ist
größer, tiefer, weiter
als irgendwo sonst
auf der Welt
Das himmlische Chaos
über dem Chaos der Stadt
Dem Chaos der Menschen
Dem Chaos ihrer Gedanken
Ihres Handelns

Die Sonne sticht
große Gucklöcher hinein
Reißt ihn in Fetzen
den schillernden Mantel
aus unendlich vielen
Himmelstränen
Zaubert Regenbogen
auf Wasserfontänen

Ich sehe Zeus
wie er seine Blitze formt
und in alle Richtungen wirft
Ich seh ihn am Himmel
als würde ich ein Buch betrachten
Ein wundervolles Bilderbuch
mit phantastischen
Zeichnungnen

Der Wind bläst
ungestüme Landschaften
in das Universum
voller Kraft und Energie
Wie ein Maler
mit dem Tod vor Augen
noch einmal alles gibt

Alles
was man Himmel nennen kann
zu malen

Alles Leben
scheint darin zu sein
Alle Angst zu sterben
Alle Freuden

Alles
was nur existieren kann
Alles
was ich sonst nicht sehe
Alles
was ich nur höre
Alles
was mir das unbestimmte Gefühl gibt
zu sein
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Montag, 3. Mai 2010

Mehr

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Ich freu mich auf ein Meer
von dir

In das ich eintauchen kann
und von Insel zu Insel schwimmen

Auf warmen Wellen reiten
Mich in tosende Fluten stürzen
Nach Muscheln tauchen
Mich treiben lassen
zwischen all dem Meeresgetier

Versunkene Schätze entdecken
Die unbändige Kraft in allem berühren
Das salzige Wasser schmecken
Mit der Strömung und
gegen die Strömung schwimmen

Das Funkeln der Sonne spüren
Hoch oben und tief unten
Den Stimmen der Sirenen folgen
Eins werden mit dem
woraus mein Körper besteht

Ich liebe das Meer
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