Für mich allein
Mit tausend Zimmern
Auf jeder Etage
Jedes Zimmer hat ein eigenes Bett
Und ein großes Fenster
Es gibt Bücher zum Lesen
Und einen Schrank voll Klamotten
In jedem Zimmer
Auf jeder Etage
Und in fast jedem steht Wein
Oder liegt Schokolade
Jedes Zimmer hat einen speziellen Geruch
Und andere Farben an den Wänden
Es hängen Fotos und Bilder
Überall
Und nirgendwo gibt es
Gardinen
Das Haus ist beleuchtet
Die ganze Zeit
Von außen und von innen
Am Tag scheint die Sonne
Durch das Licht der Fenster
Und nachts bringen Lampen
Das Haus zum leuchten
Das Haus hat einen riesigen Garten
Mit Pflanzen und Bäumen
Und allem was grünt
So weit das Auge reicht
Kann ich Neues Entdecken
Oder mich einfach verlier’n
Jeden Tag gehe ich raus
Zu sehen, wie sich alles verändert
Wie Blumen verwelken und neue erblüh’n
Bäume in den Himmel wachsen
Als ob es keine Grenzen gibt
Als ob alles irgendwie verbunden wäre
Ich höre das Atmen des Windes
Im Rauschen der Bäume
Und ich schmecke den Regen
Auf meinem Gesicht
Ich spüre die Kraft der Sonne
Die alles verbrennt
Ohne jeglichen Unterschied
Viele Kreaturen
Wohnen Drinnen und Draußen
Im Haus, im Garten und in meinem Kopf
Alles lebt und atmet ständig
Für sich und zusammen
Und immer mehr
Ich schlafe jede Nacht
In einem anderen Zimmer
Mit neuen oder alten Gedanken im Kopf
Ich lese ein Buch oder schau aus dem Fenster
Oder fang an, mich zu betrinken
Ohne zu wissen, wer ich eigentlich bin
Manchmal wach ich auf
Und ich merke, ich träume
Ich sehe mich um
Und ich liege im Garten
Völlig nackt und orientierungslos
Und ich sehe alles
Ganz anders als vorher
Ich schließe die Augen
Und gehe durchs Haus
Und ich leg mich in irgendein Bett
Ich merke im Traum
Dass ich völlig wach bin
Und nehme mir vor
Wieder Traum zu sein
Tage und Nächte
Unterscheiden sich kaum
Hier in meinem Haus
Irgendwo singt immer ein Vogel
Oder brennt ein Licht
Immer steht irgendwo jemand am Fenster
Betrinkt sich oder hört laute und extreme Musik
Irgendwo liegt immer ein Buch zum lesen
Oder steht ein Bett zum Wachsein bereit
Der Garten ist riesig, sich zu verlier’n
Oder für einen gesunden Schlaf
Klamotten zu wechseln ist immer möglich
Oder wer will
Bleibt einfach nackt
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